450 MHz Funknetz für krisenfeste Kommunikation

Die Energie- und Wasserwirtschaft baut ein eigenes bundesweites 450-MHz-LTE-Netz auf
Die Bundesnetzagentur hat der 450connect GmbH im März 2021 den Zuschlag für die 450-MHz-Frequenzen erteilt. Das Unternehmen ist ein Zusammenschluss aus vier Gesellschaftern: Der Alliander AG, einem Konsortium regionaler Energieversorger, E.ON sowie der Versorgerallianz 450 MHz, zu der mehrere Stadtwerke und Energie- und Wasserversorger gehören. Mit der Vergabe der Funkfrequenz an die 450connect GmbH sind die Weichen für die Digitalisierung in Sachen Energie- und Verkehrswende gestellt. Denn um kosteneffiziente, funktionsfähige und ausfallsichere Funknetze aufzubauen, ist die 450-MHz-Funkfrequenz besonders geeignet.
450 MHz – ein Plus für entlegene Orte
Im direkten Vergleich zu anderen Mobil-Funknetzen schneidet die 450-MHz-Technologie aufgrund seiner günstigeren Ausbreitungseigenschaften in Bezug auf größere Reichweite und bessere Gebäudedurchdringung extrem gut ab. Ein erhebliches Plus für den Einsatz an entlegenen Orten, die dennoch sicher und zuverlässig erreicht werden müssen. Ein weiteres Plus für den Netzaufbau ist die Tatsache, dass 450-MHz-Funknetze mit einer geringeren Anzahl von Sendeanlagen als andere Mobilfunktechnologien auskommen. Das macht den Netzausbau und den Betrieb ausgesprochen günstig.
Die 450-MHz-Frequenz ist ein Teil des CDMA-Frequenzbereichs, der seit der Abschaltung des C-Netzes vor fast 20 Jahren frei wurde und jetzt seine Renaissance erlebt. CDMA 450 MHz und auch LTE 450 MHz sind gerade für krisenfeste Kommunikationslösungen im so genannten Schwarzfall (Blackout) perfekt, um Schaltvorgänge im Versorgernetz zu steuern. Genau das macht diese Frequenz so interessant für die Energie- und Wasserwirtschaft. Im Hinblick auf die bevorstehenden Energiewende und der damit einhergehenden Digitalisierung sind belastbare und zuverlässige Lösungen gefragt.
Smart Metering und Smart Grid im Fokus
Zwar steht die Ausfallsicherheit kritischer Infrastrukturen in den Sektoren Wasser, Abwasser, Fernwärme und Verkehr im Vordergrund, aber es geht auch um Anwendungen im Bereich Smart Metering und Smart Grid für erneuerbare Energien. In diesem Bereich entsteht das neue LTE-Versorgernetz. Denn für die Energiewirtschaft ist nicht die Datenrate entscheidend, sondern es sind die physikalischen Eigenschaften der 450-MHz-Funkfrequenz und deren exklusiver Nutzung.
Mit den Frequenzen im 450-MHz-Spektrum werden nur Datenraten von 1 bis 5 MBit/s erreicht. Die kurzen Latenzzeiten der Frequenz ermöglichen es, Millionen von Geräte aus den Bereichen Netztechnik, Smart Meter Gateways oder Ladeinfrastruktur durch Machine-to-Machine-Kommunikation (M2M) mit kleinem Datenvolumen in Echtzeit anzusteuern. Für die zunehmend dezentral und digital gesteuerte Strom- und Wärmeversorgung aus erneuerbaren Energien sowie die Wasserversorgung braucht die Energie- und Wasserwirtschaft die „neue“ Funkfrequenz. Und die besonders gute Gebäudedurchdringung von 450 MHz macht die Frequenz zum „Enabler“ für die Energiewirtschaft. Die Vernetzung „intelligenter Stromzähler“ ist das postulierte Ziel der Branche – Smart Metering rückt damit in greifbare Nähe.

Adäquate Endgeräte sind verfügbar
Passend zum 450-MHz-Funknetz bringt der NB1601-La Industrie-Router von NetModule alles mit, was die organisatorischen und sicherheitstechnischen Vorteile der 450-MHz-Frequenz erfordern. Der Kritis-Router ist für stationäre sowie mobile Anwendungen konzipiert, u. a. für Remote Management, Videoüberwachung oder Fabrikautomation. Der Router bietet mehrere Ethernet-Ports, Power over Ethernet PoE), digitale I/Os sowie serielle Schnittstellen. Für die kritische Infrastruktur verfügt er über LTE 450 mit mehreren SIM-Slots, WLAN und GNSS. Ein Remote Management ist durch die neue Connectivity Suite sichergestellt.
Gern beraten wir Sie auch zur Auswahl von passenden Antennen für Ihre 450-MHz-Applikation.
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